Posted by Franz | Posted in Allgemein, Recht, Technik | Posted on 18-11-2009
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Schon vor längerer Zeit haben wir euch hier in unserem Blitzer-Blog den neuen Blitzer Poliscan von Vitronic vorgestellt. Dieser Blitzer wurde 2007 zugelassen und ist nicht nur optisch ansehbarer sondern auch dank der Lidar-Meßmethode auch intelligenter. So verspricht es zumindest der Hersteller.

“In nur einem Foto sind sowohl der Fahrerbereich, als auch das Kennzeichen sehr gut les- und auswertbar. Messwert, Zeugendaten, Ortszeit und andere Eingaben zu den Umgebungsbedingungen etc. sind integraler Bestandteil des digitalen Dokuments“. Diese geradezu penieble Erfassung führt zu “mehr Messgerechtigkeit und größerer Akzeptanz in der Öffentlichkeit.“
Doch das Messgerät PoliScan bekommt immer mehr Negativ-Presse. Es wird kritisiert dass er trotz Versprechungen nicht wirklich genau bestimmen kann, wer der Raser ist sobald sich mehr als ein Auto auf dem Bild befinden. Hintergrund zu dieser Vermutung ist die Tatsache, dass der PoliScan das Bild erst einige Meter nach der Messung schießt.
Erst vor Kurem wurde eine Autofahrerin vor dem Amtsgericht Dillenburg freigesprochen, weil das Gerät nach Aussage von vier Sachverständigen nicht auf sein korrektes Funktionieren kontrolliert werden konnte! Laut ADAC klagten allein dieses Jahr mehrere Zehntausend gegen Blitzerurteile, die auf Basis dieses Poliscans gefällt wurden.
Der auf Tempodelikte spezialisierte Anwalt Oliver Knapp aus Oberursel empfiehlt: „Einem jetzt betroffenen Bürger kann man aus anwaltlicher Sicht nur raten, Rechtsmittelbeschwerde einzureichen, wenn er mit PoliScan geblitzt wurde.“
Also Augen auf, wenn der nächste Blitzerbescheid in den Briefkasten flattert. Vielleicht kann man ja da noch etwas dran drehen…
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Posted by RadAlert | Posted in Allgemein, Technik | Posted on 04-11-2009
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Nachdem der Poliscan Säulenblitzer für immer mehr Aufregung sorgt, habe ich mir gedacht, dass ich ihm heute einen eigenen Beitrag widme. Was haltet ihr vom neuen Design dieser Säulenblitzer?

Auf der Seite des Herstellers Vitronic wird der Blitzer nahezu als modernes Kunstwerk angepriesen:
Vergessen Sie unansehnliche Starenkasten. Das VITRONIC-Säulendesign setzt neue Maßstäbe in der stationären Geschwindigkeitsmessung. Die Säule passt in jedes Landschaftsbild und ist vandalismusgeschützt. Unabhängig voneinander drehbare Segmente machen es möglich, dass mit zwei Messeinheiten in zwei unterschiedliche Richtungen überwacht wird.
Und als kleine Anmerkung am Rande kann ich von einem Kollegen erzählen, der tatsächlich in Böblingen beim Vorbeifahren dachte, dass es sich bei den neuen Säulenblitzern um neue Kunst-Skulpturen handeln würde. Dort hatte die Stadt laut Stuttgarter Nachrichten kräftig investiert und fünf neue Säulenblitzer aufgestellt. Prinzipiell wäre diese Assoziation eigentlich nicht schlecht, so würden alle Autofahrer staunend mit mäßiger Geschwindigkeit an dem Blitzer vorbei fahren. Ob das jedoch in der Tat wirklich so ist, wage ich zu bezweifeln.
Der neue Blitzer kann mit folgenden Merkmalen “überzeugen”:
- Vollautomatisches LIDAR-System (Die Lidar-Technik haben wir euch ja bereits erklärt!) mit digitaler Beweisführung
- Misst mehrere Fahrzeuge auf bis zu drei Spuren gleichzeitig
- Manipulationssichere, verschlüsselte Falldaten
- Keine straßenseitigen Einbauten notwendig, weder Schleifen, noch Sensoren oder Lichtschranken
- Ordnet Verstöße eindeutig zu
- Messeinheiten können aus der Säule herausgenommen und in andere Säulen eingesetzt werden
- Fahrzeugklassifikation für unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen
- Eichung vor Ort überflüssig
Also Achtung vor den High-Tech PoliScan Säulenblitzern! Die Zeiten haben sich geändert. Nun werden ALLE sichtbaren Fahrzeuge gleichzeitig erfasst und aufgenommen. Da ist es nun auch kein Problem mehr, wenn mehrere Fahrzeuge parallel oder dicht hintereinander fahren oder das Wetter so schlecht wie noch nie ist, der nahezu intelligente Blitzer ordnet alle Verstöße sicher zu und dokumentiert sie lückenlos. Laut Angaben des Herstellers beinhaltet jeder Beweismitteldatensatz sämtliche fallrelevanten Daten. “In nur einem Foto sind sowohl der Fahrerbereich, als auch das Kennzeichen sehr gut les- und auswertbar. Messwert, Zeugendaten, Ortszeit und andere Eingaben zu den Umgebungsbedingungen etc. sind integraler Bestandteil des digitalen Dokuments“. Diese geradezu penieble Erfassung führt zu “mehr Messgerechtigkeit und größerer Akzeptanz in der Öffentlichkeit.“
Damit könnte Vitronic in gewisser Weise Recht haben, denn wie oft hörte man in der Vergangenheit von der Ungenauigkeit der Radarkontrollen. Und wenn ich einmal geblitzt werden sollte, dann möchte ich schon wissen, dass dies zu Recht geschehen ist!
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Posted by RadAlert | Posted in Begriffe, Technik | Posted on 06-08-2009
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Lidar (Light Detection and Ranging) ist eine auf Lasertechnologie basierende Messtechnik, vergleichbar mit dem Radar. Mit der Lidar-Methode können optische Abstands- und Geschwindigkeitsmessung durchgeführt werden. Anstelle von Funkwellen wie beim Radar werden bei der Lidar-Technik jedoch Laserstrahlen (910 nm Wellenlänge) verwendet.
Für alle, die technikbegeistert den Hintergrund wissen möchten:
Zur Messung werden 158 unsichtbare Laserstrahlen 100 Mal/Sekunde ausgestrahlt. Jeder einzelne Laserstrahl breitet sich horizontal und vertikal mit einem bestimmten Milirad aus (6 mrad/19 mrad). Ein Millirad besagt die Vergrößerung des Strahldurchmessers um 1 Millimeter pro Meter Strahlweg. So nimmt die Form des Lasers bei der Lidar-Messung in der maximalen Messentfernung von 75m die Form einer ovalen, ca. 45cm breiten und 1,4m hohen Messkeule an. Werden nun alle Laserstraheln aneinandergereiht, so ergibt sich so ein fächerartiger Laserlichtkegel der einen Winkel von 45° ausleuchtet.
Nun werden die Lichtimpulse aufgrund der Karosserie von verschiedenen Teilen der vorbeifahrenden Autos reflektiert und wieder an das Messgerät geschickt. Das Gerät misst die Laufzeit der einzelnen Lichtimpulse, die wiederum Aufschluss über die Entfernung zu den jeweiligen Fahrzeugteilen ergibt. Aus der Vielzahl der reflektierten Impulse, deren Abtastwinkel registriert wird, wird ein 3D-Bild erstellt, mit dem man die auf der Strasse befindlichen Autos erkennbar machen kann. Dadurch, dass jeder einzelne Karosseriepunkt ständig (100 Mal/Sekunde) an mehreren Stellen erfasst wird, ergibt sich ein Bewegungsprofil der einzelnen Fahrzeuge. Aus der Veränderung der Entfernung zu den einzelnen Fahrzeugen errechnet das System deren Geschwindigkeit.


Wie ihr euch nun vorstellen könnt, zeichnet sich die Lidar-Messmethode vor allem durch die hohe Messgenauigkeit und der geringen Störanfälligkeit aus. Die Lidar-Messungen können stationär oder mobil in Fahrzeugen oder auf einem Stativ durchgeführt werden.
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