Blitzer-Interview mit dem Ordnungsamtsleiter Nordsachsens
Geschrieben von RadAlert | Geschrieben in Blitzerland | Geschrieben am 21-09-2009
Tags:Blitzer, Blitzer-Interview, Nordsachsen
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In der Torgauer Zeitung habe ich ein Interview mit Hannes Markert, Ordnungsamtsleiter im Landratsamt Nordsachsen, gefunden, der Stellung zu den Blitzeraktivitäten und Blitzereinsatzorten in seiner Region bezieht. Hintergrund: Eine Leserin des Tageblatts wurde auf einer geraden Strecke zwischen den Orten Beckwitz und Sitzenroda geblitzt und konnte nicht nachvollziehen, warum genau dort ein Blitzer aufgestellt wurde. Nun gut, die Dame war wahrscheinlich nicht die einzige, die zu schnell gefahren ist, deswegen machte der Blitzer höchstwahrscheinlich schon Sinn, doch schön, dass sich die Zeitung die Mühe macht, nachzufragen.
TZ: Wie viele feste und wie viele mobile Blitzer setzt das Landratsamt derzeit im Kreisgebiet ein?
HM: Wir verfügen über keine stationären Messanlagen. Im Kreisgebiet kommen aber vier mobile Geschwindigkeitsmessanlagen zum Einsatz. Das sind zwei auf Lichtschrankenbasis und zwei Radarmessanlagen,
TZ: Wie viel Geld hat der Landkreis im vergangenen Jahr über Blitzeraktivitäten eingenommen?
HM: Die Bußgeldeinnahmen aus Geschwindigkeitsmessungen betrugen im Jahr 2008 für den Altlandkreis Delitzsch 750.000 Euro. Im Altlandkreis Torgau-Oschatz wurde dieser Bereich nicht von den übrigen Bußgeldeinnahmen separiert, sodass für dieses Territorium keine konkrete Zahl benannt werden kann.
TZ: Welche Kosten entstehen für den Kreis durch Blitzer-Einsätze?
HM: Grundsätzlich muss zunächst festgestellt werden, dass die Anschaffungskosten der für Geschwindigkeitsmessungen zum Einsatz gebrachten Trägerfahrzeuge, wie auch die der Messtechnik, erheblich sind. In der weiteren Folge entstehen Kosten für die vorzunehmenden Durchsichten beziehungsweise Wartungsarbeiten sowie erforderlicher Reparaturen und Austausch von Verschleißteilen. Des Weiteren entstehen Personalkosten durch den Einsatz der Messbediensteten sowie Kosten für die Auswertung der Geschwindigkeitsmessungen und Personalkosten für die Bearbeitung der Bußgeldverfahren.
TZ: Wie werden die Standorte für mobile Blitzgeräte ausgesucht?
HM: Die Einordnung der Messstellen erfolgt in Abstimmung mit der PD Westsachsen nach folgenden Kriterien: Dreißiger-Zonen, Schulweg oder direkter Einzugsbereich einer Schule nach Schulwegplan, Unfallschwerpunkte beziehungsweise Gefahrenschwerpunkte und Prävention. Letzteres könnte im Fall der Leserin eine Rolle spielen. An einem solchen Standort könnte es dazu beitragen, Unfälle wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen zurückzudrängen.
TZ: Warum werden mobile Blitzer in letzter Zeit unter Tarnnetzen versteckt?
HM: Durch die Messbediensteten des Landkreises Nordsachsen werden die mobilen Anlagen nicht unter Tarnnetzen versteckt. Eine derartige Verfahrensweise wird unsererseits abgelehnt. Primäre Aufgabe ist die Präventionsarbeit.
Ein herzliches Dankeschön an die Torgauer Zeitung und an Herrn Markert, nun wissen auch wir bescheid!
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