Poliscan Säulenblitzer von Vitronic – modernes Kunstwerk oder doch einfach nur ein weiteres Ärgernis

Posted by RadAlert | Posted in Allgemein, Technik | Posted on 04-11-2009

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Nachdem der Poliscan Säulenblitzer für immer mehr Aufregung sorgt, habe ich mir gedacht, dass ich ihm heute einen eigenen Beitrag widme. Was haltet ihr vom neuen Design dieser Säulenblitzer?

Vitronic Säulenblitzer

Auf der Seite des Herstellers Vitronic wird der Blitzer nahezu als modernes Kunstwerk angepriesen:

Vergessen Sie unansehnliche Starenkasten. Das VITRONIC-Säulendesign setzt neue Maßstäbe in der stationären Geschwindigkeitsmessung. Die Säule passt in jedes Landschaftsbild und ist vandalismusgeschützt. Unabhängig voneinander drehbare Segmente machen es möglich, dass mit zwei Messeinheiten in zwei unterschiedliche Richtungen überwacht wird.

Und als kleine Anmerkung am Rande kann ich von einem Kollegen erzählen, der tatsächlich in Böblingen beim Vorbeifahren dachte, dass es sich bei den neuen Säulenblitzern um neue Kunst-Skulpturen handeln würde. Dort hatte die Stadt laut Stuttgarter Nachrichten kräftig investiert und fünf neue Säulenblitzer aufgestellt. Prinzipiell wäre diese Assoziation eigentlich nicht schlecht, so würden alle Autofahrer staunend mit mäßiger Geschwindigkeit an dem Blitzer vorbei fahren. Ob das jedoch in der Tat wirklich so ist, wage ich zu bezweifeln.

Der neue Blitzer kann mit folgenden Merkmalen “überzeugen”:

  • Vollautomatisches LIDAR-System (Die Lidar-Technik haben wir euch ja bereits erklärt!) mit digitaler Beweisführung
  • Misst mehrere Fahrzeuge auf bis zu drei Spuren gleichzeitig
  • Manipulationssichere, verschlüsselte Falldaten
  • Keine straßenseitigen Einbauten notwendig, weder Schleifen, noch Sensoren oder Lichtschranken
  • Ordnet Verstöße eindeutig zu
  • Messeinheiten können aus der Säule herausgenommen und in andere Säulen eingesetzt werden
  • Fahrzeugklassifikation für unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • Eichung vor Ort überflüssig

Also Achtung vor den High-Tech PoliScan Säulenblitzern! Die Zeiten haben sich geändert. Nun werden ALLE sichtbaren Fahrzeuge gleichzeitig erfasst und aufgenommen. Da ist es nun auch kein Problem mehr, wenn mehrere Fahrzeuge parallel oder dicht hintereinander fahren oder das Wetter so schlecht wie noch nie ist, der nahezu intelligente Blitzer ordnet alle Verstöße sicher zu und dokumentiert sie lückenlos. Laut Angaben des Herstellers beinhaltet jeder Beweismitteldatensatz sämtliche fallrelevanten Daten. “In nur einem Foto sind sowohl der Fahrerbereich, als auch das Kennzeichen sehr gut les- und auswertbar. Messwert, Zeugendaten, Ortszeit und andere Eingaben zu den Umgebungsbedingungen etc. sind integraler Bestandteil des digitalen Dokuments“. Diese geradezu penieble Erfassung führt zu “mehr Messgerechtigkeit und größerer Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

Damit könnte Vitronic in gewisser Weise Recht haben, denn wie oft hörte man in der Vergangenheit von der Ungenauigkeit der Radarkontrollen. Und wenn ich einmal geblitzt werden sollte, dann möchte ich schon wissen, dass dies zu Recht geschehen ist!

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Neu: Blitzer in Afghanistan

Posted by RadAlert | Posted in Skurriles | Posted on 28-09-2009

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Die Bild hat gerade einen Artikel veröffentlicht, den wollte ich zu Beginn nicht glauben. Doch es scheint wirklich zu stimmen: In Afghanistan, einem Land, das wir nun eher mit Ziegenherden als mit schnellen Autos wie Porsche, Mercedes, BMW oder Audi in Verbindung bringen, wird seit Neuestem geblitzt!

Blitzer nun auch in Afghanistan

Jeder Soldat muss also seit Kurzem damit rechnen, dass er, sofern er zu schnell gefahren ist, ein Knöllchen zugeschickt bekommt. Dieses wird dann wohl nicht nach Deutschland, sondern in die jeweilige Einheit geschickt. Eigentlich ganz toll, denn so bekommt der Begriff “scharf geschossen” in Afghanistan endlich einmal eine andere Bedeutung, doch scheint es auf den ersten Blick schon ein wenig seltsam, warum die Deutschen sich nun auch um die Geschwindigkeitsübertretungen seiner Bundeswehrsoldaten in Afghanistan kümmert.

Michael Friedmann, deutscher Rechtsanwalt, Politiker und Fernsehmoderator, der selbst in Mazar-e-Sharif gewesen ist, berichtete angeblich davon, dass ein Soldat ihm selbst von seinem Blitzer-Erlebnis erzählte. Ein ARD-Korrespondent bestätigte ebenfalls die neuen Praktiken, er hat erfahren, dass ein Soldat in Mazar-e-Sharif für seine Raserei 300 Euro Bußgeld zahlen musste. Im Vergleich: Wäre der Soldat in Deutschland genauso viel zu schnell gefahren, so hätte er nur ein Zehntel davon bezahlen müssen.

Ziemlich ungerecht, möchte man jetzt sagen. Doch wieso ist das Bußgeld in Afghanistan so hoch? Die Bild fragte bei Reinhold Robbe, den Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, nach, warum die Strafen in Afghanistan so immens hoch sind: „Schnelles Fahren wirbelt Staub auf. In Kabul besteht der zu einem sehr hohen Prozentsatz aus Fäkalien. Das kann in hohem Maße gesundheitsgefährdend sein. Außerdem befinden sich im Camp Marmal im Schnitt rund 2.500 Soldaten auf einer Fläche von ein mal zwei Kilometer mit dichtem Straßennetz. Ohne Regeln käme man da natürlich nicht klar.”

Liebe Soldaten in Afghanistan, ihr werdet auch in keinster Weise verschont! Zwar werden die anfallenden Punkte nicht in Flensburg registriert, doch wäre es wahrscheinlich doch sinnvoll, sich den kostenlosen euch schnell den Radarwarner RadAlert präventiv auf euer Smartphone zu installieren!

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